irobot roomba 866 details-1

iRobot: Colin Angle warnt vor Wachstumseinbüßen für Robotikunternehmen

Roboter, die sich gegen ihre Schöpfer auflehnen, existieren viele in der Popliteratur. Die Zeiten, in denen ein solcher Fall eintritt, erscheinen heutzutage realer denn je. Immer stärker führt die Öffentlichkeit Diskussionen zur künstlichen Intelligenz. Man könnte daher annehmen, der US-Präsident Donald Trump verhilft mit seinen teilweise kontrovers aufgefassten Entscheidungen für eine Eindämmung des Fortschritts. Sofern man den Worten von Colin Angle Glauben schenkt.

Der Geschäftsführer des Technologieunternehmens iRobot, Colin Angle, warnte zu Beginn des Jahres, dass mutmaßliche Importzölle negative Auswirkungen haben werden. iRobot ist ein börsennotiertes NASDAQ-Unternehmen aus Bedford in den Vereinigten Staaten von Amerika und stellt die beiden Haushaltsroboter Roomba und Scooba her. Wie Finanznachrichten.de berichtet, erklärte Angle in einem Interview mit der Welt am Sonntag, dass eine Wachstumsschwäche zu erwarten sei, sollte Donald Trump Importzölle aus China durchsetzen.

Weiterführend: Die besten Saugroboter im Test

Hintergrund des Interviews sind die derzeitigen Verhandlungen des US-Präsidenten mit der chinesischen Regierung, um den eigenen Markt vor billigen Importen zu schützen. Zölle von knapp 25 Prozent stehen im Raum, welche Unternehmen wie iRobot, die Teile ihrer Produktion ins Land des Lächelns ausgelagert haben, vor finanzielle Probleme stellt. Der Import der eigenen Komponenten würde sich mit Importzöllen deutlich verteuern und in letzter Instanz zu höheren Preisen beim Verbraucher führt. „Sollte es aber zu den 25 Prozent kommen, hätten wir in den USA keine Wahl, als die Preise für Staubsauger-Roboter zu erhöhen“, warnte Colin Angle.

Importzölle in dieser Höhe träfen den noch jungen Wirtschaftsmarkt empfindlich. Erst 2018 verkündete iRobot, dass sich der Umsatz des Unternehmens um ca. 20 Prozent gesteigert habe. Auch die Zukunftspläne des Unternehmens könnten von Zöllen beeinflusst werden. „iRobot ist mehr als nur ein Staubsauger-Roboter-Hersteller, wir sind noch nicht fertig“, sagte ihr Geschäftsführer und verwies dabei auf unterschiedliche Gerüchte, die sich seit einiger Zeit um iRobot rankten. So plane man das Aufgabenfeld des Unternehmens zu erweitern, weil es „noch viel Potenzial [gäbe], was über Hausmeister-Aufgaben hinausgehe“. Aufgrund des anhaltenden Fortschritts der Technik entwickeln sich Wahrnehmung und Antizipation der Roboter stetig weiter und weitere Geschäftsfelder und Zielgruppen ließen sich beispielsweise in der medizinischen Versorgung finden.

Ein weiteres Gerücht, das hartnäckig iRobot verfolgt, ist die vermeintliche Übernahme des Unternehmens durch die Firma Alphabet, ein Tochterunternehmen des Digital-Giganten Google. Colin Angle schließt einen solchen Schritt nicht kategorisch aus, betont allerdings die Unabhängigkeit seiner Firma. „Wir sind sogar der Meinung, dass wir das Google der Robotik sein können“, so Angle.

Doch wie steht das Unternehmen zu den Zukunftsängsten, geschürt von Kultur und Medien? „Die Art der Intelligenz, die Roboter brauchen, um sich mit Menschen zu verstehen oder eben nicht zu verstehen, ist noch so weit entfernt, dass wir uns darüber keine Sorgen machen müssen“, sagte der CEO und verwies darauf, dass sogenannte Experten oftmals keinen Einblick in den tatsächlichen Stand der Forschung hätten. Zudem sei die Technik noch „Dekaden davon entfernt, dass Roboter überhaupt wissen, was Ethik bedeutet“, wodurch eine Rebellion der Maschinen in den nächsten Jahrzehnten eher unwahrscheinlich erscheint.

Um Gefahren vorzubeugen, bekräftigt Angle allerdings die Technik der Killswitches, also Schalter zum Abschalten eines Roboters im Notfall. Vor allem große Geräte, die über eine große Kraft und Masse verfügen, sollten über eine solche Einrichtung verfügen. Dementsprechend bräuchte es auch keinen Donald Trump, der mit seinen Entscheidungen den Wachstum des Marktes blockiert.