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Geschichte: der Staubsauger und seine Entwicklung

Rund 40 Millionen private Haushalte gibt es in der Bundesrepublik. Es ist anzunehmen, dass es dort entsprechend mindestens ebenso viele Staubsauger gibt. Hinzu kommen Geräte bei Dienstleistern und Unternehmen. Ein Massenmarkt. Allerdings bestehen erhebliche Unterschiede zwischen den Geräten. Nicht zuletzt ist das der Geschichte des Staubsaugers geschuldet.

Die Anfänge der Staubsaugerentwicklung reichen gar nicht so weit zurück. Allerdings hat sie in den letzten Jahrzehnten deutlich an Fahrt aufgenommen und eine Reihe völlig verschiedener Ansätze hervorgebracht. Diese erklären die Vielfalt der Staubsauger. Die verschiedenen Techniken waren vor etwas mehr als hundert Jahren längst nicht absehbar. Es lohnt sich, einen Blick auf die Geschichte des heute selbstverständlich erscheinenden Reinigungsgerätes zu werfen.

Inhaltsverzeichnis

Die Anfänge: Fell waschen und Teppich klopfen

Die Menschen legten schon frühzeitig ihre Lager und Behausungen mit Fellen, Tierhäuten und später Teppichen aus. Mit der Nutzung dieser Unterlagen bestand zugleich der Bedarf einer Reinigung. Zum Einsatz kam teilweise Wasser. Teppiche wurden jedoch allein oder von mehreren Personen ausgeschüttelt. Später kamen Hilfsmittel wie ein Besen oder der Teppichklopfer auf, der bis vor wenigen Jahrzenten in vielen Haushalten ein typisches Reinigungsgerät war.

  • teppichbesenDer Teppichbesen ist mindestens seit ca. 2.300 vor Christus im Einsatz. Mit dem Gerät fegten die Menschen ihre Teppiche und Böden regelrecht aus. Das machte sich jedoch negativ bemerkbar. Sowohl der Teppich als auch der Besen litt unter dem Ausfegen. 1797 erfand der Farmer Levi Dickenson einen robusteren Teppichkehrer. Dieser bestand aus Halme der Hirse und überzeugte durch eine größere Stabilität. Der Hirsebesen war geboren. Ab 1850 setzt sich die Bezeichnung Besenmais durch.
  • teppichklopferDer Teppichklopfer ist deutlich älter. Je nach Region und Verarbeitung bestand dieser zum Beispiel aus Weide oder Rattan. Mit der Korbmachertechnik entstand ein Schläger. Diesen nutzten die Menschen, um damit Teppiche auszuklopfen. Das war aufwendig, denn die Teppiche mussten erst nach draußen gebracht und über eine Leine oder einen Balken gehängt werden. Zum Teil entfremdeten Eltern den Teppichreiniger als Züchtigungsgerät.

Technik zum Säubern: erste Geräte zum Entfernen von Schmutz

Die ersten Entwicklungen zum modernen Staubsauger waren sehr grob und noch nicht zielgerichtet. Für die weitere Geschichte des Staubsaugers waren die folgenden Daten jedoch wesentlich. Ohne diese Zwischenschritte wäre die Entwicklung zum modernen Gerät kaum denkbar gewesen.

1858: erstes Patent registriert

Der Erfinder Hiram H. Herrick ließ sich in den USA ein Patent registrieren. Sein Teppichkehrer erblickte jedoch nie den Handel.

1860: Patent für den Carpet Sweeper

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Abbildung aus der Patentanmeldung von D. Hess.

Bereits 1860 erhielt der Erfinder Daniel Hess ein Patent auf ein Gerät, das er Carpet Sweeper nannte. Bemerkenswert: Er integrierte ein System mit Wasserbehältern, in denen der Schmutz gesammelt und ausgespült werden konnte. Seine Erfindung gilt heute als wegweisend für die Staubsaugergeschichte, obwohl sie sich nicht durchsetzte.

1865: Whirlwind von Ives W. McGaffey

Eine weitere, einem Staubsauger ähnelnde Konstruktion geht auf den US-Amerikaner Ives W. McGaffey zurück. Er erfand eine Vorrichtung, mit der er Schmutz über eine Handkurbel vom Teppich entfernte (siehe Patent). Es gab zwar ein Vakuumeffekt, aber das Bedienen war schwierig. Zum Reinigen musste zum einen die Kurbel betätigt, zum anderen das Gerät über den Boden geschoben werden. Ab 1869 vertrieb das Unternehmen American Carpet Cleaning Company das Modell.

1876: der Blasebalg von Melville Bissell

Deutlich mehr Staubsauger war die Erfindung von Melville Bissell (siehe Patent). Dabei handelte es sich jedoch um einen riesigen Blasebalg mit dem Namen Grand Rapid, den mehrere Personen über Fußtritte und Kurbeln bedienen mussten. Der Entstauber blies den Schmutz fort, er saugte ihn nicht auf. Erst etwas später ergänzte der Erfinder einen Auffangbeutel. Nach seinem Tod übernahm seine Frau Anna Bissell das eigens gegründete Unternehmen Bissel Carpet Sweepers.

1899: der pneumatische Teppicherneuerer

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Der Vacuumwagon mit pneumatischem Teppicherneuerer von John S. Thurman – Quelle: https://edu.glogster.com/glog/john-thurman/2966b4povw4

Der US-Amerikaner John S. Thurman erfand Ende des 19. Jahrhunderts seinen pneumatischen Teppicherneuerer. Dabei handelte es sich um einen gasbetriebenen Staubbläser, der den Schmutz löste und wegblies. Die General Compressed Air Company bot eine Reinigung für 4 Dollar an. Das Gerät kam mit einem Pferdefuhrwerk zum Haus. Angebrachte Schläuche legten die Reinigungskräfte in das Haus.

1900: Schwämme halten den Schmutz

Corinne Dufour verbesserte die bisherigen Modelle des Carpet Sweepers durch Schwämme (siehe Patent). Diese wassergetränkte Vorrichtung saugte den Schmutz aus dem Teppich, nachdem das Gebläse den Schmutz gelöst hat. Das Modell hatte einen Elektromotor. Es setzte sich aber nicht durch.

Die Erfindung des ersten motorbetriebenen Staubsaugers

Die Lorbeeren für den ersten „echten“ motorbetriebenen Staubsauger fallen dem Briten Hubert Cecil Booth zu. Nach monatelanger Entwicklung gelang ihm Anfang des 20. Jahrhunderts der Durchbruch und sein Konzept für einen Hochdruckreiniger konnte den Praxistest erfolgreich bestehen. Gerüchten zufolge soll der Erfinder seine Initialidee durch Thurmans Gerät erhalten haben. Booth folgerte daraus, dass der Dreck besser angesaugt werden müsse, als ihn wegzublasen.

1901: Booth erfindet den ersten Staubsauger

Alles andere als handlich war die erste Version des Vaccum Cleaners von Booth. Es bestand aus einer schweren, mit meterlangen Schläuchen ausgestatteten Konstruktion, deren Herz eine Saugpumpe war. Dieser erste motorbetriebene Staubsauger musst mit einem Pferdefuhrwerk transportiert werden. Die Folge: Betuchte Bürger bestellten das Gerät samt Arbeiter. Diese saugten Boden und Sitze ab. Es soll sogar zu Partys gekommen sein, bei denen die Hausherren mit Freunden dem Treiben genüsslich zusahen und die Technik bewunderten.

Booth entwickelte seinen sogenannten Saugwagen weiter. Er platzierte den Sauger in Kellerräumen, von wo aus mit Schläuchen das Haus gesaugt werden konnte. Die zentral aufgestellte Konstruktion war jedoch ähnlich überdimensioniert wie sein fahrbarer Sauger. Dennoch war diese Konstruktion typisch für viele Modelle in den nächsten Jahrzehnten. Die Staubsauger waren häufig an zentral eingerichtete Rohrsysteme angeschlossen, über die der Schmutz in das eigentliche Gerät gesaugt wurde. Beim Bedienen wurde der Schlauchanschluss entsprechend immer wieder gewechselt.

Rasante Entwicklung: vom ersten Staubsauger bis heute

In der Folgezeit gab es einen regelrechten Wettbewerb zwischen den Entwicklern. Jeder wollte mit einer neuen Verbesserung den Markt für sich gewinnen. Mit immer neuen Änderungen der Technologie und Ergonomie kam es zu einer raschen Entwicklung des Staubsaugers. Die Fortschritte bauten nicht immer aufeinander auf, sondern verliefen anfangs weitgehend parallel. Die Geschichte beginnt mit einem Handstaubsauger und endet mit Saugrobotern.

1905: Der erste tragbare Staubsauger

Auf Walter Griffiths geht der erste elektrische Staubsauger zurück, der sowohl eine echte Saugtechnik nutzte, als auch tragbar war.

1906: Staubsauger auf Rädern

Der aus Deutschland eingewanderte Hermann Bogenschild ließ sich in den USA einen Staubsauger auf Rädern patentieren. Das Gerät verfügte über einen Elektromotor, ein Filtersystem und einen Schlauch. Das Patent gilt als eine der Vorlagen für die Entwicklung moderner Bodenstaubsauger bzw. Kesselsauger.

Im gleichen Jahr ließ sich James B. Kirby einen Vakuumreiniger patentieren, der den Schmutz in Wasserbehältern sammelte.
Siemens stellte seine Entstäubungspumpe vor. Das war die erste staubsaugerähnliche Maschine des Unternehmens.

1907: Hoover erfindet die Entstaubsaugpumpe

Trotz der extrem unhandlichen Größe feierte Booths Staubsaugervorrichtung in Europa Erfolge. Das blieb nicht unbemerkt. Der Lederfabrikant William H. Hoover versuchte, die Konstruktion von Booth deutlich kompakter zu gestalten. Gemeinsam mit seinem Mitarbeiter Murray Spangler – dem eigentlichen Erfinder – gelang es ihm, die Entstaubsaugpumpe zu entwickeln, die bereits an den heutigern Staubsauger erinnerte.

In einer Box war ein Sack zum Auffangen des Schmutzes integriert. Ein durch ein Stromkabel angetriebener Ventilator sorgte für den erforderlichen Saugdruck. Dennoch dauert es noch knapp zehn Jahre, bis das Gerät als Modell 0 marktreif war.

1910: Der Elektromotor wird handlich

Charles Beach, Frederick Osius und Louis Hamilton arbeiteten am Antrieb für Staubsauger. Ihnen gelang es, den bisherigen Elektromotor stark zu verkleinern und für Gleichstrom und Wechselstrom zu konzipieren. Damit hatten sie den Vorläufer für alle weiteren Staubsaugerantriebe erfunden. Durch die Verkleinerung des Motors gelang es im Folgenden den Herstellern, deutlich leichtere Staubsauger zu produzieren.

1912: Elektrolux bietet ersten Staubsauger an

LUX-1 vacuum cleaner

LUX 1 von Electrolux
Bild: electroluxgroup.com

Axel Wenner-Gren brachte für sein schwedisches Unternehmen Electrolux den Lux I auf den Markt. Damit griff ein heute noch als führende Staubsaugermarke tätiges Unternehmen in den Wettbewerb ein.

1914: AEG bietet den Santos an

Kurz nach Siemens zog AEG nach. Der Santos-Staubsauger war vergleichsweise kompakt und wog nur rund 30 Kilogramm. Allerdings war der Preis von rund 550 Reichsmark für die meisten Haushalte damals unbezahlbar.

1916: Hoovers Modell 0 ist marktreif

Hoover Model 0
Bild: hoover.ca

Das Modell 0 von Hoover kam in diesem Jahr endgültig auf den Markt. Es enthielt später einen wechselbaren Einwegbeutel, der in einem Saugsack hängt. Selbst rotierende Bürsten zum Lösen des Staubs waren bereits verbaut. Damit war der Hoover der erste handliche und bezahlbare Handstaubsauger auf dem Markt. Firmenchef William H. Hoover war weitsichtig genug, seinem Entwickler Spangler alle Rechte abzukaufen. Sein Unternehmen entwickelte sich zum ersten echten Staubsaugerproduzenten. Es gelang ihm Booth mit seinen fest installierten Maschinen vom Markt zu fegen.

1920/1921: Model V von Electrolux

Electrolux Model V – Bild: Electrolux ČR [CC BY-SA 3.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)]

Das Model V von Elektrolux erschien. Dieser Staubsauger ähnelte bereits den heutigen Geräten des Konzerns und fand großen Zuspruch. Der Sauger lag auf einem Schlitten, nicht auf Rollen.
Die Firma Air-Way Sanitizor aus Toledo war das erste Unternehmen, das Geräte mit austauschbaren Beuteln auf den Markt bringt. Diese Angabe ist jedoch strittig, da auch Hoovers Modell 0 früh mit wechselbaren Beuteln im Auffangsack ausgestattet war.

1926: Sauberer durch „beater bar“

Hoover verbesserte die Säuberung. Das Unternehmen ergänzte an den an der Saugdüse befindlichen Bürsten eine Leiste („beater bar“). Dadurch löste sich der Schmutz besser vom Boden und die Saugleistung war spürbar besser.

1927: Hoovering im Königspalast

Die britische Königin Anne zeichnete Hoover aus. Das Unternehmen wurde königlicher Hoflieferant für Staubsauger.

1920er-/1930er-Jahre: Staubsauger in Deutschland

aeg vampyr 1929

AEG Werbeanzeige für den Vampyr ca.1929
Bild: aeg.de

In Deutschland wuchs der Markt für die neuen Sauggeräte ebenfalls. Die Reinigungsmaschinen wurden zur Massenware für Betuchte. Der Vertrieb fand überwiegend an der Haustür statt. Der Staubsaugervertreter war ein immer häufiger anzutreffender Beruf.

Maßgeblich am Erfolg beteiligt waren AEG mit dem Beutelstaubsauger Vampyr und Siemens mit dem Kesselsauggerät Protos (bereits ab 1925). Die Modelle waren erschwinglich und leichter, sodass sich mehr und mehr Haushalte reicherer Bürger diese Staubsauger anschaffen konnten.

Dennoch war bis zum Zweiten Weltkrieg der Staubsaugerwagen in den Straßen kein untypisches Bild. Reinigungsfirmen fuhren mit Sauggeräten durch die Städte und boten das Absaugen von Polstern und Teppichen an. Für viele Haushalte war dieses Vorgehen deutlich günstiger als der Kauf eines Geräts.

Noch immer waren parallel fest installierte große Saugvorrichtungen in einigen Häusern vorhanden. Das von Booth erstmals eingesetzte System verlor aber durch die vermehrt angeboten kleinen Handstaubsauger an Bedeutung.

1930: erstes Modell aus Kunststoff

vorwerk kobold 1930

Der erste Vorwerk Kobold 1930
Bild: Vorwerk.de

Der Staubsauger war nicht länger aus Metall. Das erste Modell mit einem Kunststoffgehäuse kam 1930 auf den Markt.
Vorwerk veröffentlichte in Deutschland das Modell Kobold. Es wurde durch direkten Verkauf an der Haustür ein Kassenschlager und verkaufte sich über 100.000 Mal. Kobold ist noch heute die Staubsaugermarke von Vorwerk.

1931: Mieles Modell L mit Torpedoform

Miele verkaufte das Modell L. Erstmals hatte der Kesselstaubsauger eine „Torpedoform.“ An dieser orientieren sich die Hersteller dieser Geräte noch heute. Die zugespitzte Form ist inzwischen quaderförmiger, erinnert aber noch immer an das Original. Das Modell L hat bereits eine Teppichschonbürste und Gummistoßdämpfer.

1950: Handstaubsauger am Stil

Der erste leichte Handstaubsauger an einer Führstange kam in den Handel. Der Beutel und der Motor sind am Gestänge montiert, an dessen Ende die Saugdüse den Schmutz einsaugt. In den Folgejahren war dieses Vorrichtung Standard für Handstaubsauger.

1954: Hoover lässt den Sauger schweben

Hoover funktionierte die Abluft in eine Art Antrieb um. Der Staubsauger blies die gesäuberte Luft nach unten, sodass sich der Behälter schwebend über den Boden ziehen ließen. Das Hovercraft-System ähnelte dem eines Luftkissenboots.

1955: Dreifachdüse bei Miele

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Miele Präsident S Werbung.
Bild: brand-history.com / miele.de

Miele wurde immer mehr zum deutschen Markführer bei Staubsaugern. Das neue Modell Präsident S verfügte über eine Dreifachdüse und ließ sich dadurch auf allen Bodenarten nutzen.

1950er-/1960er-Jahre: Staubsauger werden erschwinglich

Erst nach dem Krieg und dem wirtschaftlichen Aufschwung sanken die Preise für die Staubsauger. Die Geräte wurden nicht nur immer handlicher, sondern auch erschwinglich. Inder Folge ersetzten die Reinigungsgeräte den Teppichklopfer und Staubwedel. Fast jeder Haushalt verfügte bald über einen eigenen Staubsauger. Das war auch erforderlich. Denn beim Wiederaufbau und den Nachkriegsbauten wichen Holzdielen und Parkett immer häufiger fest verlegtem Teppich. Der Reinigungsbedarf stieg entsprechend an.

Einige Hausfrauen (damals war diese Rollenverteilung üblich) trauten der neuen Technik nicht und wollten nicht auf den Teppichklopfer verzichten. Miele brachte daraufhin einen Staubsauger auf den Markt, der mit einem Klopferaufsatz ergänzt werden konnte. Dieser klopfte beim Saugen auf den Boden und löste so den Staub. Die Kombination war ein Flop, der sich nicht durchsetzte.

Werbespot aus den 1960ern für Hoover Staubsauger – youtube.com

1969: Hoover bietet Staubsauger mit Selbstantrieb

Erneut bot Hoover eine Innovation. Das Unternehmen stellte den ersten Staubsauger mit selbstangetriebenem Sauggebläse vor.

1979: Der erste kabellose Elektrosauger erscheint

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Der Black & Decker Dustbuster von 1979 – Bild: popularmechanics.com

Black & Decker stellte einen Staubsauger ohne Kabel vor (siehe Patent). Der DustBuster wurde durch eine Batterie angetrieben und war damit Vorläufer der später aufkommenden Akkusauger.

1980/1983: Dyson saugt ohne Beutel

Nachdem die Hersteller ihre Geräte immer wieder verbesserten und ergonomischer gestalteten, setzte James Dyson Ende der 1970er-Jahren ein Ausrufezeichen. Er trieb die Entwicklung technologisch deutlich voran, indem er den ersten Staubsauger ohne Beutel erfand. Dabei nutzte er eine Zyklon-Technologie. Die Luft wird angesaugt und zum Rotieren gebracht. Da Schmutz schwerer als Luft ist, wird dieser nach außen gedrückt und aufgefangen.

Seine Idee ließ er 1980 patentieren. Der Vorteil: Da der Beutel bisher mit zunehmender Füllmenge die Saugkraft der Konkurrenzmodelle schmälerte, überzeugte der Dyson erstmals mit gleichbleibender Saugleistung. 1983 nahm ein japanisches Unternehmen seinen Staubsauger für einen Verkaufspreis von rund 2.000 US-Dollar ins Programm. Aus den Lizenzgebühren baute der Erfinder sein Unternehmen Dyson auf.

1980er-Jahre: Akkustaubsauger kommen auf den Markt

Vermehrt griffen Hersteller den Akkubetrieb auf. Akku-Staubsauger kamen als Handstaubsauger in klein und groß auf den Markt. Die schwache Saugleistung verhinderte vorerst einen Massenerfolg.

1993: Dyson bringt Zyklonstaubsauger DC01 auf den Markt

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Der Dyson DC01 von 1993 – Bild: Dyson

Erneut war es Dyson, der für eine Neuentwicklung sorgte. Der DC01 war der erste Zyklonstaubsauger mit einer Dual-Zyklon-Technologie. Beim Einsaugen der Luft wurde diese besser von Schmutz gereinigt, das Saugergebnis verbesserte sich. Das Gerät gilt heute als Vorbild für eine neue Generation von Zyklonsaugern.

1993: Acenta mit Kunststoffbehälter

Die inzwischen vom Konkurrenten Maytag übernommene Marke Hoover überraschte mit einer neuen Technologie. Das Modell Acenta war nicht nur sehr leise, sondern kam ohne Beutel aus. Dieser wurde durch einen herausnehmbaren Kunststoffbehälter (EcoBox) ersetzt.

1996: Elektrolux revolutioniert den Markt mit Saugroboter

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Der erste Saugroboter. –
Bild: Patrik Tschudin [CC BY 2.0 (https://creativecommons.org/licenses/by/2.0)]

1996 stellte Elektrolux seinen Staubsauger Trilobite in einer BBC-Wissenschaftssendung vor. Das Gerät funktionierte völlig autonom und galt als erster serienreifer Staubsaugroboter. Die ersten Modelle waren allerdings fehleranfällig. Insbesondere kollidierten sie regelmäßig mit Möbeln und Gegenständen.

2000er-Jahre: Saugroboter reinigen selbstständig

Nach dem Jahrtausendwechsel boomten Saugroboter. Die Robotik ist nutzerfreundlich: Die Modelle fahren selbstständig durch die Wohnung und reinigen dabei den Boden. Wenn der Akku sich leert oder die Strecke abgefahren ist, fahren die Helfer eigenständig in die Ladestation zurück. Die meisten Geräte lassen sich programmieren und kommen ohne Beutel aus. Wesentlich beim Saugen sind die nun verfügbaren Mikroprozessoren und die Sensoren, die zur Orientierung des Gerätes erforderlich sind. Bekannte Hersteller sind Dirt Devil, iRobot, Medion und Samsung sowie die klassischen Staubsaugermarken.

2002: iRobot bringt Roomba auf den Markt

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Der iRobot Roomba der ersten Generation.

Das Unternehmen iRobot stellte den Saugroboter Roomba vor. Das Gerät glich einer kleinen Diskusscheibe und war extrem niedrig. Es reinigte in seiner letzten Serienfertigung bis zu 80 qm Fläche. In rund 15 Jahren hatte das Unternehmen mehr als 15 Millionen dieser Geräte verkauft. Das ist bisherige Spitze bei den Saugrobotern.

2011: nachhaltiger Staubsauger aus Pappe

Der Brite Jake Tyler konstruierte einen Staubsauger, der aus Pappe besteht. Das schwer entflammbare, wasserabweisende Gerät beinhaltete nur wenige Kunststoffteile. Bisher blieb seine Entwicklung bedeutungslos.

2018: Dyson setzt auf Batterie und Akku

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Dysons neuste akkubetriebene Generation von Staubsaugern bieten lange Laufzeiten und hohe Saugleistung. Sie zeigen wohin sich Staubsauger zukünftig wahrscheinlich entwickeln werden.

Staubsauger von Dyson hängen nicht länger am Kabel. Zukünftig will das Unternehmen sich auf akku- und batteriebetriebene Geräte konzentrieren.

Geschichte des Staubsaugers: ein Ausblick

Über 100 Hersteller bieten auf dem deutschen Markt ihre Staubsauger an. Bekannte Marken wie Vorwerk/Kobold, Miele, Hoover und Dyson sind ebenso dabei wie unbekannte Hersteller sowie Eigenmarken der Online-Händler. Sie wetteifern in Leistung, Komfort, Hygiene und Preis um die Kunden. Dabei ist klar erkennbar, dass der technologische Fortschritt der letzten Jahrzehnte sich fortsetzen wird. Die Geräte werden effizienter bei größerer Leistung, die Geräuschemission sinkt, der Komfort ist verbessert – bei relativ stabilen Preisen.

Inzwischen gibt es Entwicklungen wie in den Sauger eingelassene UV-Lampen, die Bazillen abtöten sollen oder anti-bakterielle Geräte. Akku- und Batteriebetrieb ersetzten mehr und mehr die Kabelmodelle. Zugleich wächst der Markt für Saugroboter. Es gibt Geräte mit Beuteln, mit herausnehmbaren Schmutzboxen und Ausführungen, die ohne Beutel auskommen.

Diese Entwicklung wird sich fortsetzen. Die Hersteller werden ihre Geräte in kleinen Schritten konsequent verbessern. Teilweise wird dies im praktischen Gebrauch kaum merkbare Auswirkungen haben. Doch die Geschichte des Staubsaugers zeigt auch: Der nächste Entwicklungssprung kommt bestimmt.

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